||3 Fragen, die Du Dir vor einer Rollermiete in Südostasien immer stellen solltest

3 Fragen, die Du Dir vor einer Rollermiete in Südostasien immer stellen solltest

Eine Rollermiete gehört zu jeder Reise in Südostasien und macht unglaublich Spaß. Zu schön ist der kühlende Fahrtwind in den Tropen und das Gefühl, ein Land wirklich auf eigene Faust zu entdecken.

Während der Asien-Neuling sich hier und da für einen Tag einen Roller mietet, nimmt der erfahrene Backpacker sich gleich eine Mühle für den gesamten Aufenthalt. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick hat man so einen fahrbaren Untersatz zum Spottpreis und zeitgleich die Flexibilität, seine Touren selbst zu gestalten. Du kannst in günstigen Supermärkten einkaufen und Deinen spontanen Aktionsradius für Restaurantbesuche deutlich erhöhen. Denn schließlich willst Du nicht immer in Deiner Unterkunft essen und alle Snacks und Getränke regelmäßig dort kaufen.

Schon allein durch diese Ersparnis, kannst Du meist locker die Wochenmiete eines Rollers einfahren. Das Anmieten ist, wie alles was Geld betrifft, in Südostasien schnell und unkompliziert erledigt. Jährlich mieten Millionen von Touristen ihr Zweirad. Nennenswerte Probleme gibt es selten, wenn Du ein paar Grundregeln verinnerlichst.

» 1. Welche Risiken birgt eine Rollermiete?

Je einfacher der Vorgang, desto komplizierter die Umstände, wenn doch etwas schiefgeht.

  • Verletzungs- und Haftungsrisiko:

    • Verletzt Du Dich auf dem gemieteten Gefährt, solltest Du über eine gute Auslandskrankenversicherung verfügen, die solche Unfälle abdeckt.
    • Auch solltest Du immer bedenken, was passiert, wenn der Roller beschädigt oder gestohlen wird. Kannst Du den Schaden ersetzen? Wenn nicht, solltest Du versuchen ein Gefährt samt Versicherung anzumieten. Das ist in den meisten Ländern Asiens allerdings äußerst schwer und scheitert schon daran, dass Du die Versicherungsbedingungen nicht lesen kannst. Eventuell kann Dir der Vermieter Deiner Unterkunft helfen.
    • Bei körperlichen und materiellen Schänden Dritter hast Du üblicherweise ebenfalls keinen Versicherungsschutz, da eine deutsche Haftpflicht in solchen Fällen normal nicht greift. All dieser Umstände solltest Du Dir zumindest bewusst sein und Deine Fahrweise darauf anpassen.
    • Außerdem solltest Du nur Gefährte anmieten, die Du mit Deinen Internationalen Führerschein fahren darfst. In Thailand prüft bis zu einem Unfall oder einer Verkehrskontrolle niemand automatisch Deine Fahrerlaubnis.
  • Risiko bei der Wahl des Vermieters:

    • 99,9% der Rollermieten verlaufen vollkommen entspannt und problemlos.
    • Leider gibt es dennoch ein paar schwarze Schafe unter den Vermietern, die Dir Schäden unterjubeln wollen, das Fahrzeug klauen lassen und | oder Dir unter Mitwirkung korrupter Polizisten und Einbehalten Deines Passes teils absurde Summen aus der Tasche leiern wollen.

Während in Sachen Haftung und Verletzungsgefahr meist „No Risk, No Fun“ gilt, kannst Du bei der Anmietung selbst größeren Problemen vorbeugen.

Kambodscha | Karin fährt auf dem Moped bei einer Tour entlang den Stränden in Sihanoukville

Rollermiete | Moped Tour durch Sihanoukville

» 2. Was solltest Du also beim Anmieten eines Rollers beachten?

  • Frage zuerst in Deiner Unterkunft

    • Hast Du eine halbwegs vertrauenswürdige Unterkunft, sollte diese Deine erste Anlaufstelle zum Mieten eines Rollers sein. Meist etwas teurer, aber für europäische Verhältnisse dennoch überschaubar.
  • Suche selbstständig Vermieter

    • Alternativ kannst Du diverse Rollervermieter Deiner Umgebung abklappern.
    • Ziel ist es, jemanden zu finden, der Dir ein verkehrssicheres Gefährt ohne Einbehalten Deines Reisepasses oder einer überhöhten Kaution vermietet.
    • Verhandeln ist Pflicht und Du solltest mit verschiedenen Anbietern sprechen.
  • Frage Einheimische oder andere Reisende nach Erfahrungen

    • Vielleicht kann Dir ein Einheimischer oder ein anderer Reisender auch einen Vermieter empfehlen.
  • Prüfe die Mietbedingungen

    • Wenn es um das Prüfen der Bedingungen und die Übergabe des Rollers geht, habe idealerweise einen Zeugen dabei.
    • Prüfe die Modalitäten im Schadensfall und wenn verfügbar die der Versicherung. Was kommt bei kleinen Schäden auf Dich zu? Was wenn Du den Roller komplett schrottest oder dieser geklaut wird?
    • Nicht selten stehen hier absurd hohe Summen als Ersatzwert für einen alten klapprigen Roller im Vertrag. Teilweise bis zu einem Vielfachen des Neupreises.
    • Frage auch, ob es Strecken gibt, die Du ggf. nicht befahren darfst.
  • Dokumentiere die Roller-Übergabe, am besten zu zweit

    • Schau Dir bei der Übergabe den Zustand des Rollers genau an und dokumentiere diesen peinlichst genau auf dem Protokoll des Vermieters. Dieses solltest Du also Kopie erhalten.
    • Hier zählen jede noch so kleine Abnutzungserscheinung und jeder Kratzer. Mach Bilder von jedem einzelnen Schaden und am Schluss ein Rundum-Video am besten mit Deinem Vermieter im Bild.
    • Gleiches gilt für eventuell mitgemietete Helme.
    • Drehe eine kleine Runde mit dem Roller und checke Zündung, Automatikschaltung, Bremsen, Lichter, Stoßdämpfer usw.
    • Lass Dir bevor Du abdampfst noch die Handynummer des Vermieters für Notfälle geben und frage nach der nächsten Tanke. Üblicherweise bekommst Du den Roller nämlich fast leer und gibst ihn auch so zurück. So signalisierst Du, selbst wenn Du an ein schwarzes Schaf geraten bist, dass es keinen Sinn macht, sich mit Dir anzulegen.
Thailand | Freche Affen im Mu Ko Lanta National Park. Ein Affe sitzt auf unserem Roller mir der Hand am lenker

Rollermiete | Freche Affen im Mu Ko Lanta National Park

» 3. Was solltest Du während der Rollermiete beachten?

  • Was solltest Du dabei haben?

    • Bevor es losgeht überprüfe, ob Du Deine Papiere (internationaler Führerschein, Pässe, etc.) und ein Handy dabei hast.
    • Gibt es in Deinem Reiseland eine Touristenpolizei, notiere Dir die Nummer.
    • Sonnencreme, Sonnenbrille und ein Tuch als Mundschutz auf staubigen Pisten sind für längere Fahrten auch praktisch.
    • Eine Offline-Navigations-App wie MAPS.ME hilft Dir zuverlässig jederzeit Deinen Standort zu ermitteln.
  • Helmpflicht?

    • Dann musst Du nur noch Deinen Helm aufsetzen und es kann losgehen.
  • 1. Stopp

    • Vermutlich zuerst zur nächsten Tankstelle. Tanke für größere Touren einfach voll, da die paar Liter Dich nicht arm machen werden.
  • Tipps zur Fahrweise

    • Dass Du Deine Fahrweise an Deine Fähigkeiten und die örtlichen Gegebenheiten anpassen solltest, ist genauso müßig zu schreiben, wie dass Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss tabu sind.
    • Nachts solltest Du ohnehin lieber ein Taxi nehmen. Wenn Du vielleicht noch nicht mal auf ebenen deutschen Straßen Roller gefahren bist, bietet Dir Asien nämlich gleich eine Fahrschulstunde par excellence. Schlaglöcher, Staubpisten, Menschen, Tiere, Gehupe oder plötzlicher Platzregen sind an der Tagesordnung.
    • Orientiere Dich am lokalen Verkehr: sei nicht der Langsamste aber auch nicht der Schnellste. Keine Sorge, nach ein wenig Übung macht es einen Heidenspaß.
  • Verhalten im Schadensfall

    • Passiert dennoch ein Schaden, bewahre Ruhe.
    • Bedenke, dass die lokale Polizei manchmal korrupt ist.
    • Unterschreibe nichts ohne den Inhalt zu verstehen und ziehe wenn möglich die offizielle Touristenpolizei hinzu.
    • Wenn’s hart auf hart kommt, rufe die Deutsche Botschaft an.
    • Handelt es sich um kleinste Schäden, lohnt es sich, diese an Ort und Stelle kurz und schmerzlos zu begleichen. Das gilt auch, wenn Dein Roller einen platten Reifen oder ähnliches hat. Bevor Du den Vermieter am anderen Ende der Insel erreicht hast, hat die Werkstatt am Straßenrand für ein paar Euro die Kiste vermutlich schon wieder in Ordnung gebracht.

Wenn möglich solltest Du nach einem ereignisreichen Tag den Roller in Anwesenheit des Zeugens von der Anmietung zurückgeben. Verplappere Dich bei der Rückgabe nicht versehentlich, falls Du auf vertraglich nicht zulässigen Strecken unterwegs warst. Häufig stehen hierfür Strafen im Vertrag, was Du bedenken solltest, wenn Du dem Vermieter begeistert von Deinen Tageszielen berichtest.

Vietnam | Süden, Moped Tour durch den Urwald. henning sitzt auf dem Moped auf einem schmalen Weg fahrend, der mitten in den Urwald führt

Vietnam | Süden, Moped Tour durch den Urwald

» Weitere Tipps

  • Ein internationaler Führerschein mag zum Anmieten nicht notwendig sein, hilft aber bei Verkehrskontrollen und Unfällen.
  • Verhandele mit mehreren Anbietern, um ein Gefühl für den Preis zu bekommen.
  • Achte darauf nur Fahrzeuge anzumieten, die Du laut Fahrerlaubnis auch fahren darfst.
  • Rücke Deinen Reisepass zur Anmietung niemals als Pfand raus. Pass-Kopien, Cash oder Dein Personalausweis müssen ausreichen.
  • Trage stabile Schuhe und einen Helm.
  • Tanke regelmäßig auf größeren Touren, bis Du den Verbrauch besser einschätzen kannst.
  • Vermeide als noch nicht sattelfester Pilot das Mieten von Rollern in Großstädten wie Bangkok oder Hanoi. Der Verkehr dort wird Dich sonst überfordern.
  • Übe als Anfänger in einer ruhigen Seitenstraße, bevor Du Dich ins Getümmel stürzt.
  • Führe kleine Reparaturen in einer der zahlreichen Werkstätten selbst aus bevor Du dem Vermieter horrenden Schadensersatz zahlen musst.
  • Nutze tagsüber mindestens das Lenkradschloss und verwende über Nacht ein stabiles Kettenschloss. Willst Du ganz auf Nummer Sicher gehen, solltest Du ein eigenes Kettenschloss verwenden. Nicht selten stehlen betrügerische Rollervermieter ihre eigenen Gefährte mit einem Zweitschlüssel.
  • Fahre langsam, wenn Du wenig Erfahrung hast. Bereits Unfälle bei niedriger Geschwindigkeit können schwerste Verletzungen nach sich ziehen. Sei Dir dessen bewusst, wo Du fährst, welche Risiken Du eingehst und passe Deinen Fahrstil den Bedingungen an.

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Von | 2017-11-21T14:52:16+00:00 23. Februar 2017|REISECOACH|

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