||8 Tipps zur Nahrungsmittelhygiene | Reisedurchfall vorbeugen

8 Tipps zur Nahrungsmittelhygiene | Reisedurchfall vorbeugen

Reisedurchfall oder Reisediarrhoe durch mangelnde Nahrungsmittelhygiene ist die unangefochtene Nummer Eins unter den Reiseerkrankungen und wird durch Viren oder Bakterien ausgelöst, die meist durch die Nahrung oder das Trinkwasser aufgenommen werden. Daher lässt sich Reisedurchfall durchaus vorbeugen.

Hinweis:
Als Reiseguide teilen wir unsere Erfahrungen zu Deinem Traumziel mit Dir. Unsere Inhalte ersetzen keinen ärztlichen Rat oder Hinweise und Reisewarnungen zuständiger Behörden. Vielmehr sollen sie Anstoß geben, bei Reiseplanungen frühzeitig einen Arzt mit einzubeziehen und Dich über die tagesaktuelle Sicherheitslage sowie Visa-Bestimmungen im Reiseland an offizieller Stelle, wie dem Auswärtigen Amt, zu informieren.
Weitere Hinweise findest Du in unseren Nutzungsbedingungen.

» Ursachen von Reisedurchfall

Der im Normalfall harmlose Reisedurchfall kann vielerlei Ursachen haben – dazu zählen mangelnde Nahrungsmittelhygiene, die Ernährungsumstellung, das veränderte Klima und die Zeitumstellung. Aber auch zahlreiche deutlich ernster zu nehmenden Reisekrankheiten wie Typhus, Cholera oder Wurmerkrankungen kannst Du durch gute Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene weitestgehend vorbeugen.

» Nahrungsmittelhygiene – worauf Du zum Vorbeugen achten solltest

  1. Händewaschen vor dem Essen

Jede Nahrungsmittelhygiene zum Vorbeugen hilft nichts, wenn Du Deine Hände vor und nach dem Essen nicht gründlich wäscht oder desinfizierst. Zum Desinfizieren eigenen sich Handdesinfektionsmittel, die Du nahezu überall kaufen kannst.

  1. Trinkwasserhygiene

Nur originalverpacktes Wasser aus versiegelten Flaschen bzw. Dosen konsumieren. Ist dies nicht möglich, das Wasser gründlich abkochen, filtern oder chemisch desinfizieren. Auch für die Reinigung von Lebensmitteln und zum Zähneputzen nur verpacktes Wasser verwenden. Schnelle Antworten zur länderspezifischen Leitungswasserqualität gibt’s bei isthewatersafetodrink. Apropos, Mund zu beim Duschen nicht vergessen!

  1. Essenshygiene

„Peel it, boil it, grill it, or forget it“ bedeutet, dass Du rohe Lebensmittel meiden solltest, es sei denn, dass Du diese wie beispielsweise Obst selbst geschält hast.

Besonders bedenklich sind die folgenden Lebensmittel:

  • Rohes oder nicht durchgegartes Fleisch
  • Roher oder nicht durchgegarter Fisch inklusive aller Meeresfrüchte, wie Garnelen, Muscheln, Sushi etc.
  • Salate und rohes, ungeschältes Gemüse
  • Mayonnaise und verwandte Produkte
  • Eier, die roh, nicht hartgekocht oder unzureichend angebraten sind
  • Sämtliche ungekochte Milchprodukte, insbesondere Frischmilch, aber auch abgepackte Milch, Joghurts, Quark, Desserts usw.
  • Tiefkühlkost, da hier häufig die Kühlkette unterbrochen wurde
  • Eiscreme
  1. Sonderfall Eiswürfel, geschnittenes Obst & frische Säfte

Früher hieß es immer Eiswürfel in den Tropen nicht anzurühren, wenn man keinen Reisedurchfall riskieren will. Das kann ich so nicht mehr bestätigen, da an den meisten mir bekannten Touristenorten selbst die Eiswürfel für Straßenstände täglich vom Kühlwagen angeliefert und umgehend verbraucht werden. Ähnliches gilt für frisch geschnittenes Obst und Säfte. Grundsätzlich bergen auch diese Risiken in sich, nur wer kauft sich eine Papaya, wäscht diese mit einer Flasche Trinkwasser und schält sie dann mit einem desinfizierten Messer? Gesunder Menschenverstand und Intuition helfen weiter. Wird das Obst vor Deinen Augen unter äußerlich hygienischen Verhältnissen verarbeitet, so probiere ich es. Liegt es lange herum und die Fliegen tummeln sich bereits, halte ich tunlichst Abstand.

Garantien hast Du natürlich nie, und im Zweifelsfall solltest Du immer lieber vorsichtig sein und darauf verzichten.

  1. Restaurants vs. Street Food

Eine Glaubensfrage aus meiner Sicht. Während viele Medien das Meiden dieser Stände aufgrund mangelnder Nahrungsmittelhygiene nahelegen, habe ich durchweg gute Erfahrungen gemacht. Denn im Gegensatz zu Restaurants, in denen ich nicht sehe, wie Speisen zubereitet werden oder wie lange Zutaten herumstanden, ist am Straßenstand alles frisch und unmittelbar vor meinen Augen erhitzt. Wer verständlicher Weise Bedenken hinsichtlich Besteck und Geschirr hat, kann problemlos auch sein eigenes Plastiktellerchen und Stäbchen mitbringen. Am besten orientierst Du Dich daran, an welchen Stand am meisten los ist und wie frisch die Zutaten aussehen.

Jegliche Buffets, sei es in Hotels oder auf Märkten, sind immer mit Vorsicht zu genießen, weil nicht klar ist, wie lange die Speisen dort schon herumliegen.

  1. Kaffee und Tee

Beides normalerweise überhaupt kein Problem in Sachen Nahrungsmittelhygiene, wenn es entsprechend gekocht wurde.

  1. Aufbewahrung von Lebensmitteln

Verzehre Lebensmittel zeitnah nach der Zubereitung und komme nicht auf die Idee, sie wie gewohnt in Mitteleuropa zum späteren Verzehr mitzunehmen. In tropischen Gefilden kippen Speisen und Getränke allzu schnell um und Reisedurchfall ist vorprogrammiert. Ganz abgesehen von den zahlreichen Fliegen, die Du ohnehin von jeglichen Nahrungsmitteln fernhalten solltest.

  1. Geheimtipp Cholera-Impfung gegen Reisedurchfall

Der Tropenarzt meines Vertrauens gab mir den Tipp einer Cholera-Impfung zum Vorbeugen. Diese hat eine zur Abwechslung mal durchaus positive Nebenwirkung: die Cholera-Impfung schützt nämlich zeitgleich auch vor den häufigsten Erregern von Reisedurchfall. Wende Dich an Deinen Arzt für weitere Informationen.

» Fazit

Wie auch beim Mückenschutz, ist es real kaum möglich alle Schutzmaßnahmen zur Nahrungsmittelhygiene 100% zu befolgen. Dann müsste man sich entweder von abgepackter Astronautennahrung ernähren oder im Restaurant in der Küche bei der Zubereitung daneben stehen. Vielmehr geht es darum, die Wahrscheinlichkeit von Reisedurchfall deutlich zu verringern, die größten Risiken zu vermeiden, sowie seinem Bauchgefühl zu trauen. So habe ich persönlich mit einen Medium Steak in Buenos Aires kein Problem, während ich auf rohen Fisch in Peru oder das Mayonnaise-Ei-Sandwich mit Salat in Laos dann doch lieber verzichte. Die Verantwortung trägt ein jeder letztlich für sich selbst.

Von | 2017-11-21T14:52:18+00:00 23. Februar 2017|REISEKRANKHEITEN & REISESICHERHEIT|

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