Selbst äußerst erfahrene Dauerreisende werden ohne Zweifel zustimmen, dass Indien, aus der westlichen Kultur kommend, eines der am anspruchsvollsten zu bereisenden Ländern der Erde ist.

Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, Indien zu entdecken, welche allesamt ihr Für und Wider haben.

  1. Freie Individualreise

    Alles in Indien selbst zu organisieren ist durchaus möglich und wenn Du ohnehin einen langen Aufenthalt planst, die Alternative mit den niedrigsten Kosten pro Tag. Zudem musst Du Dich mit Nichts und Niemandem weder zeitlich noch inhaltlich abstimmen. Zugleich musst Du aber sehr offen dafür sein, Dich intensiv mit einer besonderen Kultur auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, das eine oder andere Fettnäpfchen mitzunehmen.

    Im Fall von Indien kann ich das komplett unabhängige Reise allerdings nur hartgesottenen Backpackern oder extrem erfahrenen Fernreisenden mit intensiver Asienerfahrung empfehlen. Laute Hupkonzerte ertönen, kreuz und quer fahrende Autos, Busse, Tuk Tuks, Mopeds aber auch Kühe, Hunde und mit etwas Glück auch mal ein Elefant oder Kamel teilten sich die Straßen. Und das ist nur der Anfang – mehr dazu in unserem Erfahrungsbericht über unseren ersten Trip nach Indien. Kurz gesagt, Du brauchst viel Zeit, Geduld und ein dickes Fell. Alles ist aufwändig und komplex in der Organisation. Schon am Bahnhof ein Ticket für den Zug von Agra nach Delhi zu ergattern, kann schnell zur Tagesaufgabe werden. Du wirst nicht immer den besten Weg finden, um den komfortabelsten Zug, Fahrer oder Guide für eine Sehenswürdigkeit zu ergattern.

    Nach der Reise kannst Du allerdings stolz darauf zurückblicken, eines der anspruchsvollsten Reiseländer der Erde eigenständig gemeistert zu haben. Im Vergleich zu den meisten anderen Indienreisenden bist Du in die Kultur wirklich eingetaucht. So schillernd das klingen mag, schließt es neben positiven naturgemäß auch negative Erfahrungen ein.





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  2. Individualreise mit ausgewählten fremdorganisierten Einzelbausteinen | Fahrer und lokale Guides

    Vergleichen mit der freien Individualreise bist Du weiterhin Herr Deiner täglichen Unternehmungen. Dafür gibst Du allerdings ein wenig Flexibilität und Unabhängigkeit zugunsten von Zeitersparnis und zur Schonung Deiner Nerven auf.

    Um von A nach B zu kommen greifst Du auf einen Fahrer zurück. Diesen kannst Du entweder für Deinen gesamten Aufenthalt oder lediglich tageweise für ausgewählte Regionen, Orte und Strecken anheuern. Ein gut ausgewählter Fahrer wird Dir in Sachen Unterkünften, Tickets, Restaurants und Dingen des täglichen Lebens behilflich sein, Dich vor Fehlern bewahren und davor, überhöhte Preise zu zahlen.

    In neuen Städten angekommen, nimmst Du Dir für den ersten Tag zudem einen Guide, der Dir einen Überblick über den jeweiligen Ort verschafft und den Du entsprechend nach seinen Geheimtipps fragst, sodass Du in den nächsten Tagen alles entspannt auf eigene Faust entdecken kannst. Guides vor Ort kann Dir Dein Fahrer empfehlen, Du kannst in Deiner Unterkunft fragen oder auch online z.B. bei  GetYourGuide *ad jemanden buchen.

    Die Kombination aus Fahrer und Guide erspart Dir viel Scherereien und Rechercheaufwand, und Du bekommst schnellen Zugang zur lokalen Kultur. Dennoch bewahrst Du Deine Unabhängigkeiten und musst nicht an jedem Ort das Rad neu erfinden.

    Dafür gehst Du allerdings das Risiko ein, dass Du Dich mit Guide oder Fahrer nicht sonderlich gut verstehst oder diese einfach nichts taugen. Zudem sind besonders zu Hauptreisezeiten die besten Fahrer und Guides bereits durch Reiseveranstalter vorgebucht und somit spontan selten verfügbar. Du hast dennoch aufgrund der vereinfachten Planung einen hohen Zeitgewinn gegenüber der unbegleiteten Individualreise. Aus Sicht der Kosten steigen diese im Tagesdurchschnitt im Vergleich zu Option 1, allerdings sparst Du auf lange Sicht, da Du wesentlich mehr an einem Tag entdeckst, wofür Du ohne Unterstützung vermutlich mehrere Tage bräuchtest. Als Anhaltspunkt liegen die Kosten eines Fahrer für eine zweiwöchige Rundreise als Paar im mittelgroßen Van einschließlich Maut, Benzin etc. bei rund 35 – 40 Euro am Tag.

    In diesem Beitrag findest Du Informationen, wie Du Deinen eigenen Fahrer organisierst.

    Reisestil 1 und 2 haben den Vorteil, dass Du Deine Route nach Deinen Bedürfnissen abstimmen kannst und solange an den jeweiligen Orten bleiben kannst, wie es Dir gefällt.

    Mit privatem Fahrer durch Indien - unser Fahrer Anil

    Mit privatem Fahrer durch Indien – unser Fahrer Anil

  3. Individuell geplante Rundreise per Reiseveranstalter

    Genau diesen Vorteil gibst Du bei der individuell geplanten Rundreise per Reiseveranstalter auf. Du legst einen Zeitraum fest und stimmst die von Dir ausgewählten Routenziele mit einem Reiseveranstalter individuell ab. Dieser hilft Dir mit Tipps bei der Planung und führt alle Buchungen für Dich aus. Nach Deiner Ankunft erwartet Dich Dein eigener Fahrer für die gesamte Rundreise, und diverse vorgebuchte lokale Guides zeigen Dir die von Dir ausgewählten Orte. Um Unterkünfte und die Frage, was es zu entdecken gibt, musst Du Dir keine Sorgen machen. Da Du permanent lokale Begleitung hast, ist das Risiko übers Ohr gehauen zu werden gering. Auch bewahren Dich Fahrer und Guide vor zahlreichen Fettnäpfen. Du kannst in aller Ruhe Deinen Fokus auf die Entdeckung der von Dir ausgewählten Highlights setzen und musst keine Zeit für die tägliche Planung und Entscheidungen aufwenden. Ein guter Reiseveranstalter bucht Dir mit entsprechendem Vorlauf gute Guides vor Ort und optimiert Deinen Reiseverlauf kontinuierlich in Absprache mit dem Fahrer.

    Doch genau die oben genannten Fettnäpfen sind es so häufig, die Individualreisen ausmachen – die Geschichten, die man sich Jahrzehnte später noch erzählt. Vor diesen Erlebnissen „bewahrt“ Dich Dein Reiseveranstalter, zeitgleich erhöhst Du damit aber auch die Barriere, in die lokale Kultur eintauchen zu können. Ein guter Fahrer kann diesem Umstand allerdings entgegenwirken, weil Du während der vielen gemeinsamen Stunden im Auto vermutlich sehr viel über die lokale Kultur erfährst und eine persönliche Beziehung aufbaust. Dennoch gibst Du die Flexibilität auf, Deine Aufenthalte vor Ort länger oder kürzer zu gestalten oder die Route gänzlich umzuwerfen. Somit können zu ambitioniert geplante Routen schnell zum Freizeitstress ausarten.

    Preislich gesehen ist diese Option zu reisen mit Sicherheit teurer, allerdings eine gute Variante, um in kürzester Zeit viel entdecken und dennoch Zugang zur lokalen Kultur zu bekommen. Einzelne Bausteine, wie die Restaurantauswahl vor Ort selbst zu bestimmen, kannst Du natürlich weiterhin bestimmen.

    Individuelle Rundreise per Reiseveranstalter

    Individuelle Rundreise per Reiseveranstalter, z.B. mit Evaneos*ad

  4. Pauschale Gruppenreisen per Reiseveranstalter

    Pauschale Gruppenreise können meist sehr kosteneffizient realisiert werden. Je nach Veranstalter kannst Du im Vorfeld einschätzen, was Dich erwartet. Bei renommierten Anbietern sind das Top-Guides in der Muttersprache, hochklassige Hotels und komfortable Busse und Züge. Ein Umstand, der bei den ersten drei Varianten nicht immer selbstverständlich ist.

    Vor bösen Überraschungen bist Du gefeit, vor positiven allerdings auch. Deine individuelle Flexibilität vor Ort ist meist auf ein paar Stunden „Freizeit“ vor Ort beschränkt. Zudem musst Du mit dem Umstand leben können, Dich im Gesamtgefüge einer Reisegruppe in einer Art Blase zu bewegen. Der Zugang zur lokalen Kultur ist meist organisiert und wenig authentisch, der Zugang zur Kultur in der Reisegruppe hingegen häufig intensiver als gewünscht 😉

    Eine Pauschalreise in der Gruppe ist ein rotes Tuch für jeden Individualreisenden, dennoch für viele weniger abenteuerlustige Reisende definitiv eine sichere Alternative.

    Pauschalreise ist natürlich nicht gleich Pauschalreise. Während bei günstige Gesamtpaketen häufig die Qualität vor Ort auf der Strecke bleibt, können hochwertige Anbieter wie Studiosus und Co. eine äußerst hochkarätige Erfahrung bieten, die dann allerdings auch ihren Preis hat. Letzterer liegt üblicherweise deutlich über dem Preisgefüge einer individuell per Veranstalter organisierten Reise.

    » Unsere Erfahrung

    Obwohl wir ansonsten überall in der Welt komplett individuell unterwegs sind, machten wir bei unserer ersten Indienreise eine Ausnahme. Wir wussten, dass wir nur zwölf Tage hatten und merkten schon beim Recherchieren, dass die Eigenorganisation zwar durchaus möglich, aber extrem zeitaufwändig und nervenaufreibend wäre.

    Folglich ließen wir uns zum ersten Mal darauf ein, eine Reise individuell per Veranstalter zu planen. Unsere Wahl fiel nach ausführlicher Recherche auf Evaneos*ad und wir wurden angenehm überrascht. Für knapp 1700 Euro erlebten wir zu zweit eine perfekt organisierte Rundreise mit allem Drum und Dran. Eine willkommene Abwechslung, sich als eingefleischter Individualreisender einmal zurücklehnen zu können und einfach zu erleben ohne planen zu müssen. Auch die kulturelle Komponente kam aufgrund der hochqualifizierten Guides vor Ort nicht zu kurz und war stets authentisch ohne den für Rundrundreisen so oft inszenierten „Kreuzfahrtschiff-Bumms mit Essen und lokalem Tanz“.

    Auf der individuell mit Veranstalter geplanten Reise haben wir einen optimalen Zugang zu Indien bekommen haben. Für Indienreisen ist für uns seitdem eine Mischung aus Reisestil 2 und 3 die optimale Kombination. Für Regionen „off the beaten track“ wie dem Himalaya, dem Zentrum und manchen Wüsten würden wir tatsächlich wieder auf eine individuell organisierte Tour zurückgreifen. Für alle anderen Ziele ist Reisestil 2 eher unser Ding, d.h. mit eigenem Fahrer das Land ohne festen Reiseverlauf zu entdecken.

    Transparenzhinweis: Diese Reise wurde von Evaneos unterstützt. Wie immer geben wir aber ausschließlich unsere persönlichen Eindrücke und freie Meinung wieder.

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