Um in China wie in Deutschland gewohnt online zu sein, musst Du ein paar Vorgaben bzw. Umstände in Kauf nehmen.

Während früher die Great Wall of China die Chinesen vor den nomadischen Reitervölkern des Norden schützte, soll die heutige, unsichtbare Great Firewall of China die Bevölkerung vor den schädlichen Medien des Westens schützen. Oder auch kurz, der Internetzugang ist staatlich reglementiert und eingeschränkt im Land der Mitte.

» Worin liegen die Einschränkungen beim Internet in China?

Viele Suchmaschinen, Email-Anbieter, Webseiten, Dienstleister und soziale Netzwerke sind nicht erreichbar. Darunter sind renommierte Namen wie Google einschließlich Gmail, Facebook, WhatsApp oder Twitter.

Da viele Reisende gerade bei längeren Aufenthalten schwer auf den Zugang verzichten können, hier unsere Auswahl der Möglichkeiten, wie Ihr trotzdem Zugriff habt:

» Drei Möglichkeiten die Einschränkungen zu Umgehen

  1. Nutzung alternativer Dienste

    Mag vielleicht etwas banal klingen, aber es gibt für fast jeden in China blockierten Dienst ein funktionierendes Pendant. Statt Google kannst Du Bing nutzen, statt Google Maps die Apple Karten oder maps.me. Statt Whatsapp nutzt man in China WeChat. Hier ein interessanter Artikel:
    China Internet Report 2018.

  2. Verwendung eines VPNs

    VPN steht für Virtual Private Network. Prinzipiell erstellst Du damit eine sichere Leitung zu einem Server außerhalb Chinas, der Dir die blockierten Inhalte quasi wie durch einen Tunnel bereitstellt. Nebenbei bietet Dir ein VPN durch diese Technik weltweit Sicherheit in öffentlichen WLANs wie in Cafes, Hotels oder an Flughäfen. Dort werden nicht selten sensible Daten, wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen von ahnungslosen Usern abgegriffen.

    Für das Erstellen sicherer VPN-Verbindungen im Ausland empfehlen wir den kostenpflichtigen Dienst von ExpressVPN *ad. Nach Rücksprache mit zahlreichen ausländischen Bekannten, die länger in China leben, ist das einer am weitest verbreiteten und zuverlässigsten Anbieter. Das können wir uneingeschränkt bestätigen. Neben zahlreichen, schnellen Servern in den meisten Länder, überzeugen vor allen die gut bedienbaren Apps für fast alle relevanten Plattformen.

    Tipps: Wenn Du eine schnelle Internetverbindung samt Fritzbox daheim hast, kannst Du Dir mit etwas technischem Verständnis auch Deinen eigenen, kostenlosen VPN-Zugang erstellen. Von kostenlosen VPN-Anbietern raten wir grundsätzlich ab.

    Achtung, das Verwenden dieser nicht-staatlichen VPNs ist in China inzwischen verboten, auch wenn es laut Auswärtigem Amt, Stand 11.11.2018, keinen Fall einer strafrechtlichen Verfolgung von Ausländern deswegen gibt. Lies Dir aber unbedingt den Hinweis des Auswärtigen Amts hierzu tagesaktuell durch.

  3. Der Geheimtipp

    Mein absoluter Geheimtipp ganz ohne verbotene VPNs ist allerdings eine besondere Simkarte aus Hongkong. Selbst meine technikaffinen Bekannten in China staunten nicht schlecht, als ich mitten in Peking ohne jegliche VPN-Verbindung über Google Maps navigierte.

    Die Prepaid-Daten-SIM der China Unicom Hong Kong stellt eine uneingeschränkte Verbindung unmittelbar über Hong Kong her. Es gibt Sie in diversen Varianten mit Datenvolumina bis zu 3 GB.

    Mit der Prepaid-Daten-SIM der China Unicom aus Hong Kong stellst Du eine uneingeschränkte Online-Verbindung her

    Mit der Prepaid-Daten-SIM der China Unicom aus Hong Kong stellst Du eine uneingeschränkte Online-Verbindung her

    Leider kann man sie weder direkt in China kaufen, noch das zusätzliche Datenvolumen aufladen. Ich habe Sie über den Onlineshop bereits vor Abreise noch in Deutschland bestellt.

    Lediglich die Lieferzeit ist mit ca. 10 Tagen vergleichsweise lang.

    Da Deutschland im Online-Shop nicht anwählbar ist, besuche einfach den englischsprachigen UK- oder Japan-Shop und wähle im Bestellformular unter „Country/Area“ später „Other Area“ und gib Deine deutsche Anschrift ein. Da ich oft in China bin, habe ich in diesem Shop bereits mehrfach nach Deutschland bestellt, was immer reibungslos geklappt hat.

    Alternativ kannst Du die Karte bei Einreise über Hongkong auch in vielen 7-Eleven oder vergleichbaren kleinen Shops kaufen.

» Fazit

Für den Kurzaufenthalt empfehle ich einen Testmonat bei ExpressVPN *ad. Dieser ist zwar kostenpflichtig, allerdings mit Geld-zurück-Garantie innerhalb der ersten 30 Tage.

Für längere Aufenthalte oder wenn Du beruflich auf Nummer sicher gehen willst, in China nicht abgeschnitten zu sein, macht eine Kombination aus Hongkong-Sim-Karte und ExpressVPN *ad Sinn. So kannst Du auf Laptop, Handy und Tablet kostensparend und sicher öffentliche WLANs über ExpressVPN *ad nutzen und belastest Deine mobilen Daten nicht zu sehr.

Da aber auch selbst das beste VPN-Tool in China immer mal zeitweise geblockt sein kann, hast Du stets das mobile Datenvolumen über die Hongkong-Sim-Karte als sicheres Backup. Diese kannst Du entweder in Deinem Handy verwenden oder auch praktischer Weise in einem mobilen Router. Eine Übersicht aktueller Geräte findest Du in unserem Test mobiler Router für die Reise.

» Tipps

  • Auch in gehobenen Hotels sind die WLANs in China oft ächzend langsam. Abhilfe schafft hier eine kabelgebundene LAN-Verbindung.
  • Hast Du Schwierigkeiten, Dich mit dem VPN zu verbinden?
    Dann unterbreche vorher sämtliche offenen Verbindungen, wie zu Dropbox, Messengern o.ä.